
Vom 08. bis 10. August fand in Wildflecken eine umfassende Taktikausbildung der Landesgruppe Baden-Württemberg statt. Unter der Leitung von OL d.R. Meier und den erfahrenen Taktiklehrern OTL a.D. Greim und OTL a.D. Baumer nahmen insgesamt 16 engagierte Teilnehmer an dieser intensiven Ausbildung teil. Ziel des Aufbauseminars war es, die theoretischen und praktischen Kenntnisse zur Operationsart „Angriff“ zu vertiefen und auch praktisch zu üben.
Lage
Gleich der Einschleusung am ersten Tag wurden die Teilnehmer in die Ausgangslage eingeführt. Nach einer kurzen Begrüßung durch OL d.R. Meier erfolgte die Einweisung in die Übungsszenarien durch die Taktiklehrer. Dabei stand vor allem das Verständnis der Gesamtlage, die Beurteilung der Lage sowie die Erarbeitung von möglichen Handlungsoptionen im Mittelpunkt. In strukturierter Form wurden die Grundlagen der Operationsart Angriff vermittelt, ergänzt durch wertvolle Erfahrungsberichte und Hinweise der beiden Taktiklehrer.
Der zweite Tag startete im Hörsaal mit einer kurzen Zusammenfassung der bisherigen erarbeiteten Ergebnisse vom Vortrag. Anhand von Kartenmaterial, Brigade- und Bataillonsbefehlen erarbeiteten die Teilnehmer in Kleingruppen verschiedene Aufgabenstellungen dem Ziel erste Maßnahmen, Befehle zu erarbeiten. Jede Gruppe musste ihre Ergebnisse vortragen, erläutern und sich anschließend einer Beurteilung stellen. Dieser methodische Ansatz stellte sicher, dass nicht nur das reine Faktenwissen, sondern vor allem auch das taktische Verständnis und die Fähigkeit zur Entscheidungsfindung geschult wurden.
Erkundung
Danach folgte die praktische Umsetzung im Gelände. In vier Gruppen aufgeteilt, erkundeten die Teilnehmer den Raum Schweinfurt, in dem das Szenario angelegt ist. Dabei galt es, die zuvor erarbeiteten Überlegungen mit den tatsächlichen Geländeverhältnissen abzugleichen und entsprechend anzupassen. Unter Anleitung der Taktiklehrer wurden wichtige Aspekte wie Deckung, Sichtverhältnisse, Bewegungs- und Zeitachsen und mögliche gegnerische Doktrin berücksichtigt. Die Gruppen mussten ihre Überlegungen immer wieder anpassen und dabei die Prinzipien des Angriffs konsequent anwenden. Dieser Wechsel zwischen Theorie und Praxis erwies sich als besonders wertvoll, da die Teilnehmer unmittelbar erlebten, wie entscheidend die richtige Einschätzung des Geländes für den Erfolg einer Operation ist.
Ein wichtiger Bestandteil eines solchen Seminars ist auch der Kameradschaftsabend. Nach den intensiven Ausbildungsabschnitten bot das gemeinsame Grillen Gelegenheit zum Austausch in entspannter Atmosphäre. Hier konnten die Teilnehmer die Erlebnisse des Tages Revue passieren lassen, Erfahrungen teilen und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden. Kameradschaft und Zusammenhalt gelten als unverzichtbare Elemente jeder militärischen Ausbildung, und so war dieser Abend also ein wichtiger Bestandteil des Gesamtprogramms.
Am dritten und letzten Tag ging es nochmals in das Gelände, wobei am letzten Besprechungspunkt die Gruppe ihren Entschluss vortrugen und dazu Feedback von den Taktiklehrern erhielten und offene Fragen geklärt werden konnten. Dabei zeigte sich, dass alle Teilnehmer deutliche Fortschritte gemacht hatten. Die Kombination aus theoretischer Vorbereitung, praktischer Erkundung und gemeinsamer Reflexion führte zu einem nachhaltigen Lernerfolg.
Fazit
Am Ende zog die Ausbildungsleitung ein durchweg positives Fazit. Das Ausbildungsziel, die Operationsart Angriff in allen relevanten Facetten zu verstehen und praktisch umzusetzen, wurde vollständig erreicht. OL d.R. Meier bedankte sich bei den Teilnehmern für ihr Engagement und natürlich bei den Taktiklehrern OTL a.D. Greim und OTL a.D. Baumer für ihre professionelle Unterstützung.
Die Taktikausbildung in Wildflecken war damit nicht nur eine fachlich anspruchsvolle Veranstaltung, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Festigung der militärischen Gemeinschaft innerhalb der Landesgruppe Baden-Württemberg.